Private Krankenversicherung
Die Private Krankenversicherung - Pro und Kontra
Seine Gesundheit bestmöglich versichern, zu einem günstigen Preis. Gerade die in der gesetzlichen Krankenkasse Pflichtversicherten wünschen sich dies. Doch nur ein geringer Teil von ihnen hat die Möglichkeit, die Angebote der privaten Krankenkassen wahrzunehmen, in die Private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Dabei ist es durchaus attraktiv, den Status eines Privatversicherten inne zu haben. Denn dieser ist nicht nur mit besseren Leistungen verbunden, sondern oftmals auch mit niedrigeren Beiträgen für die Private Krankenversicherung.

Gesetzliche Zugangsvoraussetzungen zur PKV
Der Arbeitnehmer im Allgemeinen ist in der Sozialversicherung zwangsversichert – und somit auch bei einer gesetzlichen Krankenkasse seiner Wahl. Letzteres jedoch nur, wenn er nicht zu den Besserverdienenden gehört. Arbeitnehmer, die ein Jahresbruttoeinkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (2010: 49.960€), in Folge von mindestens 3 Jahren aufweisen können, haben die Wahl zwischen GKV und PKV. Doch nicht nur diese Personengruppe kann sich in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichern, oder sich für eine private Krankenversicherung entscheiden. Auch andere Nichtpflichtversicherte wie beispielsweise Freiberufler, Selbständige und Unternehmer haben diese Wahl.
Mehr Leistungen in der Privaten Krankenversicherung?
Die Privaten Krankenversicherer sind dem Wettbewerb voll ausgesetzt. Sie müssen sich auf dem Markt durchsetzen, und nicht nur die Höhe der Beiträge, sondern auch der Umfang der erstattenden Leistungen sind für den Kunden entscheidend, wenn es um die Wahl der privaten Krankenversicherung geht. Generell bieten die privaten Krankenkassen einen umfangreicheren Leistungskatalog an als die gesetzlichen. So gehören entstandene Kosten durch die homöopathische Behandlung, das Krankentagegeld oder auch Hilfsmittel wie Brillen und Kontaktlinsen zum Angebot der meisten Krankenkassen. Auch die höhere Kostenübernahme bei Zahnersatz ist ein wichtiges Thema. Zuzahlungen beim Arztbesuch, für Medikamente oder andere Behandlungen fallen in der privaten Krankenversicherung in der Regel nicht an.
Die Anforderungen an Versicherte
Hat man die gesetzlichen Hürden um sich in der PKV versichern zu können genommen bedeutet dies noch lange nicht, dass man sich auch privat versichern kann. Private Krankenkassen müssen nicht jeden Interessierten aufnehmen, und möchten dies auch nicht. Sie schätzen das Risiko ab, das jeder Einzelne mitbringt. Und wird dieses Risiko als hoch eingestuft, so muss der Interessierte mit Zusatzbeiträgen oder Leistungsausschlüssen rechnen. Wird das Risiko als zu hoch eingestuft, so kann die private Krankenversicherung den Antrag auch ablehnen. So ergibt sich, dass die Krankenversicherungen ein großes Interesse an jungen, männlichen und gesunden Kunden haben.
Die Beiträge zur GKV und PKV
Während bei der gesetzlichen Krankenversicherung Beiträge erhoben werden, die sich prozentual am Einkommen des Versicherten orientieren, wird bei der privaten Krankenversicherung ein fixer Betrag fällig. Bei Vorerkrankungen kann die PKV auch einen Zusatzbeitrag erheben. So kann die PKV wirtschaftlich durchaus interessant sein, gerade für Besserverdienende. Sie zahlen teilweise einen geringeren Beitrag um ihre Gesundheit zu versichern, und erhalten gleichzeitig mehr Leistungen als gesetzlich Versicherte. Anders kann es sich verhalten, wenn die Familie mitversichert werden soll. Denn bei der PKV ist nicht nur für den mitversicherten Ehemann / die Ehefrau der volle Beitrag fällig, auch jedes Kind muss einzeln versichert werden. Für eine familienreiche Familie kann eine private Krankenversicherung somit durchaus kostenaufwendiger sein als die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Warum auch Ärzte die PKV bevorzugen
Es gibt noch einen weiteren Vorteil, den privat Versicherte zwischenzeitlich haben: das zeitnahe Erhalten von Terminen bei Fachärzten. Während der gesetzlich Versicherte oftmals über Monate auf einen Termin warten muss, erhält der privat Versicherte diesen oftmals zeitnah. Ein Zeichen dafür, dass das Gesundheitssystem in Deutschland in Schieflage geraten ist. Denn es ist nicht nur so, dass der behandelnde Arzt an einem gesetzlichen Versicherten weniger verdient, nicht selten macht er sogar gar keinen Gewinn oder sogar Verlust, wenn die Behandlung nicht planmäßig verläuft. Für einen privat Versicherten erhält der Arzt mehr Geld, er kann höhere Leistungssätze mit der Krankenkasse abrechnen. So ist der Arzt heutzutage auf Privatpatienten angewiesen, um wirtschaftlich überleben zu können. Wobei dies jedoch auf das jeweilige Fachgebiet ankommt.